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Orthostatik

Schule:   Dr. A. Brügger,  Prof. Dr. R. J. Bourdiol,  Prof. Dr. Breukhoven

Orthostatik = Körperstatik
=
Wissen vom Zusammenhang aller Komponenten des Stehens und Gehens.

Dank dem lokomotorischen System kann sich der Mensch bewegen, ernähren und behaupten. Der Bewegungsapparat ist dabei wie kein anderes System den physikalischen Bedingungen der Mechanik ausgesetzt. Er hat mechanische Arbeit zu leisten und muss der Schwerkraft, der Beschleunigung und Verzögerung entgegenwirken. Zu seinen Leistungen gehört die Bewältigung statischer und kinetischer Energien. Dabei wird er andauernd auf Zug, Druck und Biegung beansprucht. Schon die kleinsten geweblichen Bausteine haben diesen Aufgaben Rechnung zu tragen. Ihre Entwicklungsreize erhalten sie nicht nur genetisch, sondern ebenso sehr mechanisch.

So fördert die Beanspruchung der Bewegungselemente auf Zug die Entwicklung der zugfesten kollagenen Fasern, wie dies in der Architektonik des Knochens eindrücklich zur Darstellung kommt, wo die Bälkchenzüge die Zug- und Druck- Spannungslinien repräsentieren.
So stellt der Bewegungsapparat in allen seinen Erscheinungsformen eine funktionelle biologische Formation dar, für deren Zustandekommen zwar die genetischen Faktoren die wesentlichste Rolle spielen, zu deren Erhaltung und Fortentwicklung jedoch die physikalischen Milieubedingungen ganz entscheidend mitwirken.

Im Bewegungsapparat ist der passive vom aktiven Teil zu unterscheiden. Der erste besteht aus festen Skeletteilen. Kapseln und Bänder halten die knöchernen Bausteine zusammen und bauen zugleich die Gelenke auf, die als passive Bewegungszentren dienen.
Für die aktiven Bewegungen ist ein komplexer Apparat erforderlich, bestehend aus sich aktiv kontrahierenden und damit Arbeit leistenden Elementen, den Muskeln mit ihren Sehnen und einem Computer ähnlich aufgebauten System, das die Bewegungen auslöst, kontrolliert und aufeinander abstimmt. Dieser, nach den Prinzipien der Kybernetik arbeitender Apparat wird als somatomotorisches Nervensystem bezeichnet. Das periphere Nervensystem ist mit dem lokomotorischen System morphologisch und funktionell eng verbunden.

Körperstatik im physiologischen Gleichgewicht
nach Prof. Dr. med. R.Bourdiol